



Wochenlange, besonders aber kurz vor Pfingsten 1999 auftretende, heftige Regenfälle, hatten alle bis dahin bekannten Rekordmarken des Jahrhunderts übertroffen. Am Freitag, 21. Mai, bekamen es die Feuerwehren des Landes mit den Vorboten der Unwetter zu tun und brauchten alle Hände, um die Bevölkerung vor größeren Schäden zu bewahren. Ebenfalls in der Nacht wurde von einer Vereinsmannschaft die Überschwemmung der Haltestelle Reuthe bereinigt.
Welche Wassermassen die Bregenzerache schon zu der Zeit führte, ließ sich in der Dunkelheit nur an ihrem ohrenbetäubenden Getöse erahnen. Die von der Betriebsleitung für den Samstag (Saisonstart) angeordnete Streckenkontrollfahrt wurde jedoch durch die unglaubliche Beobachtung eines Linienbusfahrers mehr als nur unwichtig:

Der Viaduktbogen aus Richtung Bezau neigte sich für jedermann ersichtlich, erst einmal in bedenklichem Maß zur Seite. Um etwa 8.00 Uhr stürzte dann ein Teil des Pfeilers und das Brückentragwerk vor den Augen der entsetzten Beobachter in die reißenden Fluten. Die makabere Szene wurde zufällig von einem Passanten mit seiner Videokamera aufgezeichnet und von vielen Fernsehstationen in zigfachen Ausstrahlungen in alle Welt verbreitet.
Die Eindrücke der ersten Stunden und Tage waren für die Mitglieder des Museumsbahnvereines schwer zu verdauen und lösten ernsthafte Auflösungstendenzen aus. Aus der Bevölkerung und von der öffentlichen Hand trafen aber rasch Unterstützungserklärungen ein mit der Aufforderung, bei den Vorbereitungen zum Wiederaufbau höchste Eile walten zu lassen.
Die eingeschalteten Experten und ein heimischer Bauunternehmer stellten mehrere Varianten vor und führten jene aus, nach der am Platz des alten Widerlagers ein 5 m unter die Sohle des Flusses gegründeter Mittelpfeiler errichtet und in Richtung Bezau ein zweites Stahtragwerk angefügt wurde.



Chronik:
22. Mai 1999 - Einsturz der Brücke
Juni / Juli 1999 - Bergungs- und Planungsarbeiten
November 1999 - Beginn der Bau- und Brückensanierungsarbeiten
5. Mai 2000 - Belastungsprobe
14. Mai 2000 - Dampfsonderzug für Fernsehaufnahmen des ORF
Bauzeit gesamt: 11 Monate
10. Juni 2000 - Offizielle Brückeneröffnung mit Zeltfest
Auf drei Spezialtransportern verladen, trafen am Freitag, den 2. April zeitgleich 4 gebrauchte Güterwagen aus Birkfeld (Steiermark) in Bezau ein. Jeder einzelne davon wird in nächster Zeit einen bestimmten Zweck erfüllen. Einer hat das Fahrgestell für den im Bau befindlichen Personenwagen zu liefern, ein anderer wird zusammen mit dem bereits seit 9 Jahren beim Bahnhof Andelsbuch abgestellten Wälderbahn-Güterwagen als eine Art Bühne und Lager für Kulturveranstaltungen dienen, der dritte muss zuerst aufwändig restauriert werden, bevor er als Fahrzeugdenkmal am Bf. Schwarzenberg stehen wird. Auch der vierte Wagen erhält dort seinen Stellplatz und bildet den nötigen Lagerraum für die Einrichtungen der Veranstaltungshalle "Magazin" am Bf. Schwarzenberg.
Im Zeitraum vom 2. April 2010 bis 16. April 2010 ist der sehr geräumige Güterwagen G 167 aus Birkfeld von jugendlichen Wälderbahnfreunden im Auftrag des Museumsbahnvereines komplett demontiert und nach ihren Ideen neu aufgebaut worden. Schon die Außenansicht lässt Rückschlüsse auf die Gestaltung im Inneren als zukünftigen Werk- und Aufenthaltsraum zu.
Der neue Wagen erhält demnächst noch den Wetterschutzanstrich in Mahagonibraun. In absehbarer Zeit auf seinem eigenen Gleis am Bf. Schwarzenberg aufgestellt, wird er dort für etwas mehr "Bahnambiente" sorgen.
Rein symbolisch vermag der neuen BWB-Wagen so die Brücke zum ehemaligen Mannschaftswagen der Bregenzerwaldbahn zu schlagen, der aus einem Personenwaggon der Gattung "Haubendachwagen" bestanden hatte und nach 1983 vom Club 760 (Taurachtalbahn) wieder zur Personenbeförderung umgebaut wurde.
Im Bahnhofgelände von Bezau sind die Arbeiten zur Kompletterneuerung vom Gleis 2 abgeschlossen. Vereinsmitglieder haben 126 Schwellen ausgelegt und die Schienen lose verlegt. 8 - 10 Helfer der von Montag, 26. April bis Samstag, 1. Mai dauernden Arbeitswoche haben das Gleis in Handarbeit wieder aufgebaut. Auch die übrige Streckenerhaltung ist aufgenommen worden und fordert laufend ihren Anteil an verfügbaren Mitarbeitern.
Am 18. Mai 2010 führte die Diesellok "Margreth" einen Güterzug mit 4 Wagen von Bezau zum Bf. Schwarzenberg. Dort wartete bereits ein schwerer Mobilkran auf seinen Einsatz und versetzte dabei 2 Güterwagen zur Abstellung auf das neu gebaute "Denkmalgleis". Der dritte Wagen wurde anschließend an den Haken genommen und auf einen Tiefladeanhänger verladen. Per LKW-Zug ging die Fahrt zum Bf. Andelsbuch wo er voraussichtlich seine restliche Lebenszeit auf einem anschlusslosen Gleis verbringen wird. Nach Stunden kehrte die Margreth nur noch mit dem mitgeführten Gerätewagen nach Bezau zurück.
